Boote verkaufen

Wer sein Boot verkaufen möchte, klebte früher im Heimathafen eine Beschreibung mit relevanten Daten und Fotos an eine dafür vorgesehene Wand. Im Idealfall wollte dann ein Kamerad aus dem eigenen Segelverein das Boot nach einer Weile erwerben. Der Vorteil dieser Vorgehensweise lag darin, dass der Interessent sich das Boot gleich anschauen und gegebenenfalls sogar eine Probefahrt absprechen konnte. Um schneller an potentielle Kunden zu kommen, setzte man zusätzlich eine Anzeige in die Wochen- oder Tageszeitung bzw. bei wertvollen oder selten angebotenen Schiffen ins Yachtmagazin. Das erweiterte den Kundenkreis oft beträchtlich. In vielen Fällen kosten solche Anzeigen aber eine schöne Stange Geld. Angesichts des Wertes, den ein Boot darstellt, ist das aber meist zu verschmerzen. Manche Verkäufer stellten das Schiff auf das Grundstück eines dafür spezialisierten Händlers. Der erwartete für den Verkauf aber eine nicht unbedeutende Provision. Sein Einsatz für den Verkauf des Schiffes war zwar gut, aber galt den anderen Schiffen in seinem Angebot ebenso. Daher war nicht sicher, ob man sein Schiff tatsächlich innerhalb der laufenden Saison an den Mann bringen konnte. Daher klebte so mancher am heimischen Liegeplatz noch ein Schild an seinen Mast und hoffte, vorbeigehende Spaziergänger würden den Kauf erwägen.

Die Vor- und Nachteile eines Online Bootsmarktes liegen auf der Hand. Erstens gibt es unzählige Möglichkeiten im Netz, um ein Boot zu annoncieren – und zweitens sind diese in der Regel kostenfrei. Man hat die Wahl, rein regionale Angebotsseiten zu frequentieren oder kann sich großer Versteigerungsportale bedienen. Es gibt überregionale Bootsmärkte und sogar internationale. Je nachdem, wo das eigene Boot liegt, kann man entscheiden, wo man es bewirbt. Die Zahl potentieller Kunden potenziert sich um ein Vielfaches. Das birgt aber auch die Gefahr von Tausenden von Anrufen oder Kontaktanfragen. Wie beim Gebrauchtwagenverkauf hat auch der Verkauf gebrauchter Boote gewisse Risiken. Die Wahrscheinlichkeit, sein Boot zeitnah loszuwerden, steigt – aber ob man anschließend auch an sein Geld kommt, ist manchmal fraglich. Man sollte sich also vor dem Einstellen seiner Anzeige sehr genau überlegen, wo man sein Boot einstellt und wie man mit seinen Daten umgeht. Außerdem sollten die Bezahlwege im Angebotstext abgeklärt werden. Viele Bootsverkäufer bevorzugen wegen der Unsicherheit im Netz lieber traditionelle Verkaufswege. Als Online-Bootsbörse kommen mehrere seriöse Bootsbörsen in Frage. Ihr Angebot ist nach wenigen Klicks im Netz und steht sofort potentiellen Interessenten aus aller Welt zur Verfügung. Einstellen kann man sein Boot zu jeder Tages- und Nachtzeit. Einen Redaktionsschluss gibt es nicht. Das alles kann man gemütlich von zu Hause aus erledigen und hat keinerlei Stress zu erwarten. Zunächst sollte man sich jedoch alle relevanten Daten des Bootes notieren und gegebenenfalls die Datenlage bei anderen Anbietern vergleichen. Vermeiden sollte man, Unwahrheiten oder Halbwahrheiten anzugeben, um die Fakten zu schönen. Dies kann im schlimmsten Falle zur Rückgabe des Bootes oder zum Platzen des Kaufvertrages führen. Je genauer ein Kunde weiß, was geboten ist, desto schneller ist sein Interesse mehr als oberflächlich. Ist das Schiff also reparaturbedürftig, sollte man den Schaden genau beschreiben und fotografieren. Der Kunde hat ein Recht darauf, ihn vorab zu kennen.

Online Bootsbörsen haben den Vorteil, dass sie nur Kunden anziehen, die auch tatsächlich ein Boot suchen. Man muss sein Inserat auch nicht mehrere Male kostenpflichtig einstellen, wie es bei Zeitungen und Magazinen der Fall ist. In der Regel bleibt die Annonce im Netz, bis das Boot verkauft ist. In anderen Fällen kann man den Zeitraum nach diversen Vorgaben selbst definieren. Erfahrungsgemäß kommen auch bei detaillierten Beschreibungen Anfragen nach weiteren Details. Man wird kaum angeben, wo das Boot derzeit liegt, um einen Diebstahl zu vermeiden. Erst bei erkennbarem Interesse verabredet man eine Besichtigung. Um das Innenleben des angebotenen Bootes zu demonstrieren, sollte man auch an Fotos davon denken. Wenig sinnvoll ist es, dabei persönliche Dinge im Bild herumliegen zu lassen. Das Bootsinnere sollte so aufgenommen werden, wie es übergeben wird. Letzten Endes können die Kunden aus dem ganzen Bundesgebiet oder nahen Ausland nicht erst jedes Detail durch eine Anreise überprüfen. Wer diese Reise tut, tut es, um den Kauf zu vollenden. Er möchte nur sehen, dass sein Eindruck aus dem Netzangebot auch stimmt. Eine wichtige Frage bei allen Angeboten ist immer wieder der Preis. Im Netz kann man sich vor der Preisfestlegung über die Preise der Konkurrenz schlau machen und zu seinem eigenen Preis kommen. Boote verkaufen mit Bedacht! Die Kunden mögen es, wenn es eine gewisse Handelsspanne gibt. Daher sollte der verlangte Preis eine Verhandlungsbasis darstellen. In uns allen steckt der notorische Schnäppchenjäger, der sich wie ein Schneekönig freut, wenn er etwas besonders günstig erworben zu haben glaubt. Der Preis sollte fair sein. Zu niedrig angesetzte Preise lassen daran zweifeln, dass das Boot auch tatsächlich etwas taugt. Es kommt vielmehr so rüber, als wolle man es dringlich loswerden. Ein Boot als Notverkauf zu deklarieren, öffnet der Verhandlung des Preises Tür und Tor. Das Gegenüber erkennt unschwer, dass man dringend Geld braucht. Ebenso ist ein zu hoch angesetzter Preis ein Signal an den Kunden. Dafür muss er dann schon eine Extraausstattung oder andere Vorteile bekommen, die den Preis rechtfertigen. Mit einem unverhandelbaren Festpreis kommt man meistens nicht weit.

Ein größeres Problem ist nach dem Verkauf des Bootes, dieses an den Mann, sprich in seinen Wohnort oder zum geplanten Liegeplatz zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Käufer am anderen Ende der Bundesrepublik wohnt, ist bei Internetangeboten groß. Dafür hat der Kunde aber eine größere Auswahl ähnlicher Modelle. Ob er das verkaufte Boot selbst überführen möchte oder ob Sie Ihren Transport-Trailer mit verkaufen, sollte im Anzeigentext klar gesagt werden. Heutzutage ist es auch möglich, per Zeitungsanzeige eine Privatperson zu suchen, die mit Bootsüberführungen von A nach B Erfahrung hat. Diese Person allerdings muss der Kunde in der Regel bezahlen. Der eine kann gut mit dem Trailer umgehen, der andere überführt ein Boot lieber per Wasserweg. Thematisiert werden muss dies auf jeden Fall – sonst hat man am Ende ein verkauftes Boot, das nicht zeitnah an den Kunden kommt. Letzten Endes ist es Käufersache, wie er das erworbene Boot in seinen Hafen bekommt. Ihr Anliegen ist es, das Boot korrekt zu übergeben und den Kauf zu beidseitiger Zufriedenheit abzuschließen.

 

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