Wettbewerbsrecht und so

in Kritisches, Suchmaschinen

Es ist schon lustig. Für ein Job Portal habe ich ich versucht ein paar Google Adsense Anzeigen zu buchen. Die Anzeige lautet etwa wie folgt “Nebenjobs online – Finden Sie einen lukrativen Job online” … irgendwie sowas. Nun kann ich verstehen, daß Google die Anzeigen vorher prüft und man etwas Wartezeit hinnehmen muss. Bis heute warte ich jedoch auf eine Freischaltung der Anzeigen. Etwa rund 1.5 Monate sind vergangen und bisher keine Schaltung.

Seltsam finde ich dann doch, daß illegale Online Apotheken scheinbar keinerlei Probleme haben Ihre Anzeigen geschaltet zu bekommen. Ich glaube man benötigt normalerweise für das Bewerben von verschreibungspflichten Medikamenten eine Art Apotheken Lizens. Gibt man nun aber mal das “bekannte blaue Potenzmittel” + kaufen als Suchbegriff ein, so stellt man fest, daß dort ohne Ende Anzeigen zu illegalen Shops auftauchen. Nicht nur daß normalerweise ein Rezept benötigt wird; die dort verkauften Medikamente verstoßen auch gegen Markenrechte. Entweder beweisen die Werber einen ziemlichen Mut diese Produkte zu bewerben oder das ganze läuft über gefakte Adsense Konten. Ich vermute da eher Letzteres.

Googlet man noch ein wenig weiter, zum Beispiel nach Schlankheitsmitteln, so findet man wieder Shops die beispielsweise das sehr umstrittene LIDA Daidaihua bewerben. Ich glaube bei diesem Produkt gab es sogar schon Todesfälle.

Thema Glückspiel. Bei den Hauptkeys sind keine Anzeigen sichtbar. Variert man das ganze dann etwas, findet man auch entsprechende Doorwaypages die auf online Casinos verlinken. Diese Anzeigen werden in Deutschland geschaltet und nach deutschen Recht ist Glückspiel verboten, bzw. darf es nur der Staat. Macht sich Google dadurch nicht strafbar? Wenn ich eine Pokerseite in .de starten würde, hätte ich Ratzifatz eine Anzeige an der Backe.

Vielleicht braucht man aber auch nur das nötige Kapital. Nettes Beispiel dazu ist DSF und RTL. Dort laufen und liefen zur Primetime Poker Spots und keinen hat es gestört. Klar, dort wird ja auch für eine Seite geworben, bei der keine Geldeinsätze möglich waren. Ändert man die TLD oder klickt auf einen Link weiter, landet man aber dort wo man Haus und Hof verzocken kann. Ich habe von einem Webmaster gehört, der angezeigt wurde weil ein Link auf “dritter Ebene” auf eine Erotikangebot ohne Jugendschutz gelinkt hat. Aber an die “großen” traut sich scheinbar keiner heran.

Ich will an dieser Stelle wirklich nicht den Moralapostel spielen. Jeder soll sein Geld verdienen, wie er es für richtig hält. Es fällt nur mal wieder die Doppelmoral auf die u.a Big G. an den Tag legt. Ich finde es in dem Zusammenhang unfassbar, daß Seiten die sogar nur versehentlich oder durch Spam auf Bad Neighborhood linken ins SERP-Nirvana geschickt werden, auf der anderen Seite ist GoogleAds voll damit. Aber scheinbar schaden nicht nur allein Links auf diese Seiten, ich habe das Gefühl, daß selbst die Erwähnung bestimmter Keywords dem Ranking schaden und man dadurch vorsichtig sein muß zu welchen Themen man sich äußert.

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